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Tag der Begegnung in Magdeburg am 4.9.2004
20.09.2004
Am 4. September 2004 fand im Park des Ministeriums für Gesundheit und Soziales in Magdeburg der diesjährige "Tag der Begegnung" statt. Ziel dieser Veranstaltung ist das Gemeinschaftsgefühl und den Austausch Behinderter zu fördern, sowie Lebensfreude zu vermitteln. Unter dem Motto "Brücken bauen" präsentierten sich rund 40 Verbände und Organisationen mit Informationsständen, so auch unsere Selbsthilfegruppe "Hämophilie in Sachsen-Anhalt". Da ganztägig die Sonne schien, war das Fest sehr gut besucht. Leider war zunächst überhaupt kein Interesse am Krankheitsbild "Hämophilie" festzustellen, kein Besucher blieb an unserem Stand stehen. Ganz offensichtlich wurde, dass die Menschen mit der lateinischen Bezeichnung nichts anfangen konnten und deshalb schnell am Stand vorbeiliefen. Erst als ich auf unserem Hinweisschild das Wort "Bluterkrankheit" ergänzend hinzufügte, erhielt ich die erwartete Resonanz. So kam ich dann doch mit einigen Besuchern und einer Betroffenen ins Gespräch und konnte etwas Aufklärungsarbeit leisten. Eine etwas merkwürdige Erfahrung machte ich, als ein erwachsener Besucher, der sich zunächst über die ausliegenden Gummibärchen, Malhefte usw. freute und ganz nebenbei fragte, was denn Hämophilie sei. Nach meiner Erklärung ließ er alles, sogar die zuvor so dringend benötigte Parkscheibe fallen und verschwand ganz schnell mit den Worten: "Nein.... so etwas will ich nicht haben!" Scheinbar war er der Meinung, dass die Bluterkrankheit hoch ansteckend ist. Dafür spielte mir ein blinder Besucher mehrere Ständchen auf seiner Mundharmonika.
Am Spätnachmittag baute ich unseren Stand sehr zufrieden wieder ab und verließ diese wirklich gelungene und sehr gut organisierte Veranstaltung. Wenn ich mir auch mehr Interesse am Thema "Hämophilie" gewünscht hätte, so bin ich dennoch sicher, dass nur derjenige bemerkt wird, der auf sich aufmerksam macht - Stück für Stück, Mensch für Mensch.

Diana Graf

 



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